FFA
Beispiel Schiff-Finanzierungs Hedge
Ein Schiffseigner möchte seine Bankenfinanzierung für einen Neubau im Bulkbereich absichern, ohne langfristige Verpflichtungen am Chartermarkt einzugehen. Eine Absicherung durch einen FFA kommt für ihn nicht in Frage, da er bei steigenden Märkten die komplette Gewinnmarge abschöpfen will.
Der Schiffseigner entscheidet sich daher für den Kauf einer Verkaufsoption (put), welche ihm ermöglicht, sein Einkommen nach unten abzusichern und nichtsdestotrotz von einem eventuellen Aufwärtstrend im Frachtenmarkt zu profitieren. Steigt der Markt kann er die volle Bandbreite des Aufschwungs nutzen. Fällt der Markt unter ein vorher festgesetztes Level (strike price), hat der Eigner durch den Besitz der Option die Möglichkeit, seine Fracht zu diesem Preis zu "verkaufen".
In der Praxis sieht dies wie folgt aus. Der Chartermarkt für Panamax Schiffe zahlt derzeit $ 25,000 pro Tag. Da der Schiffseigner sein Schiff auf dem Spot-Markt handelt, ist sein individuelles Geschäft den jeweils aktuellen Marktschwankungen ausgesetzt. Seine Schiffsbetriebskosten inklusive Finanzierungskosten plus minimal gewünschte Gewinnmarge liegen bei $ 15,000 pro Tag. Bei einem Charterraten Marktniveau von $ 25,000 könnte er einen FFA verkaufen und sich damit vor den Folgen eines fallenden Marktes absichern und gleichzeitig bis zum Ende der Laufzeit sichere $ 10,000 pro Tag einstreichen. Sollte der Spot-Markt jedoch weiter steigen, wäre er von zusätzlichen Gewinnen ausgeschlossen.
Anders im Falle des Kaufs einer Verkaufsoption. Um sich gegen fallende Märkte abzusichern vereinbart der Schiffseigner einen Strike Preis von $ 15,000, und zahlt dafür vorab eine Options-prämie an den Optionsverkäufer. Die Höhe der Prämie orientiert sich an der Volatilität des Marktes (denn je größer die Schwankungen im Markt, desto höher die Prämie, da bei stärkerer Volatilität die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der Optionsverkäufer dem Schiffseigner Geld zu zahlen hat) und am Level des festgesetzten Strike Preises und an dem Zeitraum, wie lange die option gültig ist. Ist der Chartermarkt heute bei $ 25,000 und der Eigner möchte lediglich eine Rate von $ 15,000 pro Tag absichern, ist diese Option günstiger, als wenn er zum Beispiel den Strike Preis bei $ 20,000 festlegen möchte.
Der Schiffseigner ist also im Besitz einer Verkaufsoption zu einem Strike Preis von $ 15,000. Solange der Chartermarkt über den festgelegten $ 15,000 pro Tag liegt, passiert auch auf der Optionsseite nichts. Steigt der Markt über die aktuellen $ 25,000, verdient der Reeder den gesamten Betrag mit seinem Schiff, ohne auf seiner Papierposition mehr zu verlieren als die vorab bezahlte Prämie.
Fällt der Markt auf unter $ 15,000 pro Tag, bekommt der Schiffseigner auf der physischen Seite weiterhin nur die Rate, zu der er sein Schiff auf Spot-Basis schliesst. Nun kommt die Option zum Tragen. Weiterhin zahlt der Optionskäufer nur seine Prämie vorab, erhält jedoch die Differenz zwischen der täglich publizierten Indexrate der Baltic Exchange und seinem festgelegten Strike Preis. Praktisch heisst dies, bei einer Tagesrate von $ 10,000 wird der Schiffseigner vom Optionsverkäufer mit $ 5,000 kompensiert, und dies für die gesamte Laufzeit der Option solange wie der Indexrate unter dem vereinbarten Strike Preis liegt. Als Resultat beläuft sich das Minimumeinkommen des Schiffseigners von physischem Einkommen plus Kompensation aus der Option somit immer auf § 15,000 (Basisrisiko außer Acht gelassen).