FFA
Tanker FFA Beispiel
TD3 260,000 mts Rohöl vom Arabischen Golf nach Japan
Es ist Anfang Februar, ein Ölhändler sieht einen guten Preis für Öl mit Abnahme im Oktober. Er berechnet heute den Verkaufspreis für 260,000mt Rohöl, dass er im Arabischer Golf kaufen und anschliessend nach Japan verkaufen möchte. Die Ladung möchte er Anfang Oktober verschiffen. Währungsschwankungen und Frachtraten sind unter anderem Variablen, die der Händler gerne heute schon fixieren möchte, um genug Profit auf seinen Verkaufspreis zu berechnen.
Heute, Anfang Februar, kauft der Ölhändler ein Septemeber TD3 Arabischer Golf/Japan FFA mit Fälligkeit Ende September. Der Kontraktpreis heute ist WS 107. Der am Ende der Laufzeit gegenüberzustellende Abrechnungspreis (settlement price) errechnet sich aus dem Durchschnitt der Indextage im September.
Szenario A
Die Frachtraten sind nur marginal gestiegen, und der Ölhändler muss physisch für die Fracht Anang Oktober nun WS 110 Punkte pro Tonne Öl schliessen. Seine Ladung besteht aus 260,000 mts. Dies bedeutet eine Differenz von WS 3 Punkten oder $ 75.00 pro Tonne (WS 1 Punkt entspricht $ 25) zum gekauften FFA, also insgesamt 260,000 x $ 75.00 = $ 1,950,000.
Da sich die Indizes an den Entwicklungen des physischen Chartermarktes orientieren, ist der Abrechnungspreis für das FFA (Basisrisiko außer Acht gelassen) für September ebenfalls gestiegen. Der Monat hatte sogar 2 Spikes zu verzeichnen, so dass die Settlement-Rate, die sich aus dem Durchschnitt des gesammten Monats zusammensetzt, bei WS 115 Punkten liegt. Der Ölhändler kaufte zu WS 107 und erhält daher nun WS 8 Punkte pro Tonne, bei vereinbarten 260,000mt im Kontrakt macht dies einen Gewinn von $ 520,000 auf der Papierseite (FFA).
WS115 - WS107= WS8 Punkte = $200 (8x$25) x 260,000 mts = $ 520,000
Das Resultat: die physische Fracht kostet WS 110, das FFA macht einen Gewinn von WS8, so dass die Frachtausgaben unter dem Strich WS 102 Punkte darstellen. Der Ölhändler sicherte mit Kauf des FFA im Februar seine avisierte Gewinnmarge erfolgreich zu WS 107 pro Tonne ab und durch glückliches Timing konnte er die Fracht noch auf WS 102 reduzieren aus der Kombination FFA und physischer Fracht.
Szenario B
Im Fall von sinkenden Frachtraten verhält es sich genau anders herum. Der Ölhändler verliert auf der Papierseite gewinnt aber physisch durch sinkende Raten für sein Schiff. Das Endergebnis bleibt gleich - die Fracht kostet ihn circa WS 107 pro Tonne, wie ursprünglich mit dem FFA schon im Februar eingeloggt.
VLCC Time Charter Equivalent - Owners Hedge
Es ist Mitte November. Ein Schiffseigner weiss, das Ende des ersten Quartals des kommenden Jahres eines seiner VLCC Tanker, den er Spot handelt, zurück auf den Markt kommen wird. In der Regel schliesst er seine Schiffe für drei bis sechs Monate und möchte dies auch hier für das zweite und dritte Quartal des besagten Jahres tun.
Als Schiffseigner ist er Verkäufer von Fracht, analog ist er also auch Verkäufer des FFA Kontraktes. Er befürchtet die Auswirkungen eines fallenden Marktes und möchte sich die aktuellen Forward Raten für das kommende Jahr auf dem Papiermarkt sichern. Er verkauft also heute das Q2&3 FFA (Quarter 2+3) zu einem Preis von $ 120,000 pro Tag.
Szenario A
Für den Fall, dass sich die Befürchtungen des Schiffseigners bewahrheiten (der Chartermarkt ist Ende des ersten Quartals gefallen), liegt auch der Preis seines Q2&3 Papiers (Basisrisiko außer Acht gelassen) um den gleichen Wert niedriger. Mit dem Abschluss einer Periodencharter für sein Schiff, kauft er zeitgleich den FFA zu dem aktuell billigeren Kurs zurück und sichert sich damit die Differenz zu seinem Verkaufspreis mal der Laufzeit.
Er schliesst sein Schiff also zu $ 100,000 pro Tag für sechs Monate. Im Vergleich zu seiner FFA Position bedeutet dies eine Differenz von $ 20,000 täglich, bei einer Periode von 6 Monaten insgesamt $ 20,000 x 183 Tage = $ 3,660,000.
Analog ist seine Papierposition für Q2&3 auch auf $ 100,000 gefallen. Zu diesem Preis kauft der Eigner nun einen FFA am Markt zurück. Er kauft also ein Q2&3 Papier für $ 20,000 pro Tag weniger als er es im vorigen Jahr verkauft hat und gleicht damit gerechnet auf die gesamte Laufzeit von 183 Tagen die geringere Charterrate auf der physischen Position mit einem identischen Gewinn auf seiner Papierposition aus.
$ 120,000 - $ 100,000 = $20,000 x 183 Tage = $3,660,000
Szenario B
Für den Fall, dass die Charterraten wider Erwarten zum Zeitpunkt des physischen Fixtures über jenen im Vorjahr liegen, verhält sich die oben beschriebene Kalkulation genau entgegengesetzt. Das Endresultat bleibt das Gleiche - in den Büchern stehen $ 120,000 pro Tag. Der Schiffseigner hätte jedoch in Anbetracht eines sich abzeichenden Aufwärtstrends die Möglichkeit, seine Papierposition frühzeitig zu schliessen - einen reduzierten Verlust auf dem Papiermarkt hinzunehmen und sich damit die Chance zu erhalten von steigenden Raten in vollem Umfang zu profitieren. Allerdings bleibt zu bedenken, dass damit die Absicherung durch einen Hedge aufgehoben wird und der Eigner ungeschützt den Launen des Marktes ausgesetzt ist!
Ihr könnt auch in dem FFA Leitfaden nachlesen, wie das Prinzip funktioniert.
Dieser Leitfaden ist freundlicherweise von *Ernst Russ zur Verfügung gestellt worden. Danke schön!
Deshalb werden dort leider nur Bulk FFAs beschrieben.
Disclaimer:
Seit 31. Dezember 2008 hat *Ernst Russ keine FFA Abteilung mehr und bietet die Vermarktung und Vermittlung von FFAs nicht mehr an.